Hörgespinste (4) Der Mitternachtsdetektiv: Unter Wölfen – Pandoras Play 2017

Hörgespinste (4) Der Mitternachtsdetektiv: Unter Wölfen - Pandoras Play 2017
Hörgespinste (4) Der Mitternachtsdetektiv: Unter Wölfen – Pandoras Play 2017

Pandoras Play 2017

Mit:
Hennes Bender, u. v. a.

Kai Hellmann ist Privatdetektiv der besonderen Art: Seine Auftraggeber sind Vampire, Feen, Kobolde, Geister und andere Vertreter der Nachtvölker – dabei wünscht sich Kai nichts sehnlicher als einen ganz normalen Klienten. Doch Geld von Untoten ist besser als gar kein Geld.
Und Geld braucht er dringend.
Als die Vampirin Lucretia ihn beauftragt, den Mord an ihrem Mann aufzuklären, beginnt Kai sofort mit den Ermittlungen – und gerät in einen Strudel aus Sex and Crime, Rassismus und großen bösen Wölfen.

hoerspielTIPPs.net:
Mit der Reihe „Hörgespinste“ hat Pandoras Play 2004 eine Gruselhörspielreihe gestartet, die unterschiedlichste Spielarten des Genres bediente. Die Veröffentlichungen zogen sich ein wenig – die Folgen 2 und 3 kamen 2009, die Folge 5 im Jahr 2015. Nun reicht man also die Episode „Der Mitternachtsdetektiv: Unter Wölfen“ nach. Hier bastelt man zwei Klischeeschubladen zusammen: Kai Hellmann, ein Detektiv mit Anleihen im Hardboiledgenre ermittelt in der Welt des Groschengrusels. Er soll den Tod eines Vampirs aufklären, der anscheinend von einem Werwolf ermordet wurde. Die Ermittlungsarbeit führt ihn in einige bedrohliche Situationen, die eine gewisse Spannung mitbringen. Leider sorgt die trashige Leichtigkeit der Geschichte und die Naivität der Figur Hellmanns oft dafür, dass diese dann aber immer wieder etwas gebrochen wird. Aber es gelingt ein cleveres Ende zu finden, dass im Genrekosmos durchaus zu den originelleren zählt. Das entschädigt dann doch ein wenig für die Plattheiten, die die Vampir- und Werwolf-Stereotypen so mitbringen.

Bei der Umsetzung hört man noch immer den Charme, den die frühen Episoden von Pandoras Play mitbrachten. Das jugendliche „Amateur-Flair“, der Reihen wie „Schattensaiten“ so besonders und stimmig machte, wirkt in dieser Geschichte allerdings weniger. In diesem Genrestück ist insbesondere der Spagat der Figur Hellmanns zwischen Marlowe und einfältigen – aber letztlich genialem – Dilettant, kaum zu schaffen. Auch die Mitakteure leiden an starken Klischees und werden zum Teil – insbesondere die Werwölfe – zu überzeichnet dargestellt.

Leider konnte mich dieses Hörspiel nicht begeistern. Es wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen und hätte vor zehn, fünfzehn Jahren besser auf den Markt gepasst.
Dass es auch anderes und besser geht, beweist Pandoras Play jedoch sogleich mit der (fast) parallel erschienenen Folge „Hörgespinste (6) suici.de“.

Veröffentlichung: 19.05.2017


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