Klaus Barbie – Eine Begegnung mit dem Bösen im WDR

von links: Peter F. Müller (Autor), Felix von Manteuffel, (Klaus Barbie alias Klaus Altmann) und Leonhard Koppelmann (Regie); Bild: WDR/Sibylle Anneck

von links: Peter F. Müller (Autor), Felix von Manteuffel, (Klaus Barbie alias Klaus Altmann) und Leonhard Koppelmann (Regie); Bild: WDR/Sibylle Anneck

In der WDR-Reihe „Vom Bösen“ im Mai 2014 sendet man auch ein Hörspiel-Spezial. Drei Stunden am Stück wird am 16. Mai ab 21:05 Uhr auf WDR 5 das Doku-Hörspiel „Klaus Barbie – Begegnung mit dem Bösen“ gesendet. Das Leben des „Schlächters von Lion“ wird hier ausführlich dargestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei die eigenen Lebenserinnerungen des Kriegsverbrechers, die kommentiert und korrigiert werden. Die Produktion ist deutlich mehr Feature als Hörspiel, auch wenn alle, die hier zu Wort kommen, ihr Stimmen von Sprechern geliehen bekommen.

Ein fader Beigeschmack ist der breite Raum, den die verklärte Sicht Barbies hier einnimmt. Auch wenn dies immer wieder eingeordnet und geradegerückt wird, wirkt Barbie harmloser, als er wirklich war. Der faschistischen Bestie wird man damit nicht ganz gerecht, auch wenn der anvisierte Blick in den Abgrund des Bösen erreicht wird. Dabei hilft sicherlich die Diskrepanz der sachlichen Erzählweise gegenüber den harschen Schilderungen.
Gelungen ist auch der intensive Blick in die – sonst eher wenig beachtete – Untergrundzeit in Südamerika und die langwierigen Aktionen Beate Klarsfelds, Barbie hinter Gittern zu bringen.

So interessant das Stück auch ist, als Hörspielhörer hätte ich mir bei „Hörspiel-Spezial“ etwas weniger Feature und Erzählung gewünscht. Insofern kann ich hier auch keine klare Empfehlung aussprechen, auch wenn diese in Bezug auf den Inhalt durchaus Berechtigung hätte.

„Klaus Barbie – Begegnung mit dem Bösen“ ist am 16. Mai 2014 ab 21:05 Uhr bei WDR 5 zu hören. Nach der Ausstrahlung ist das Hörspiel-Spezial auch als Download verfügbar.


Klaus Barbie – Begegnung mit dem Bösen
Von Peter F. Müller, Leonhard Koppelmann und Michael Müller

Regie: Leonhard Koppelmann
WDR 2014
175 Min.

Klaus Barbie alias Klaus Altmann: Felix von Manteuffel
Gustavo Sánchez Salazar: Carlos Lobo
Beate Klarsfeld/Ticker/Elizabeth Burgos: Isis Krüger
Fortunée Benguigui/Ältere Kinderpflegerin/Itta Halaunbrenner: Ilse Strambowski
McFarren und weitere: Andreas Grothgar
Dr. Siles und weitere: Wolf Aniol
Peña und weitere: Matthias Haase
Roncal und weitere: Frank Genser
Velarde und weitere: Bodo Primus
Schüler und weitere: Patrick Mölleken

Ende des Zweiten Weltkriegs. Nazis versuchen, sich rein zu waschen und in vermeintlicher Harmlosigkeit weiter zu leben. Nicht so Klaus Barbie. Der Kriegsverbrecher setzt sein grausames Treiben fort. Nur für andere Machthaber. 1951 flüchtet der als „Schlächter von Lyon“ berüchtigte SS-Scherge Klaus Barbie mit Hilfe des amerikanischen Militärgeheimdienstes und des Vatikan über die sogenannte „Rattenlinie“ nach Bolivien. Hier gelingt ihm eine erstaunliche Zweitkarriere. Seine Foltertechniken und seine Skrupellosigkeit in der Verfolgung von „Regimefeinden“ sind willkommene Entwicklungshilfe für die Diktatoren und Junta-Chefs in seinem südamerikanischen Exil. Versuche, ihn endlich vor ein Gericht zu stellen, u. a. eine Entführung mit Unterstützung durch Régis Debray und Serge Klarsfeld, scheitern. Erst 1983 gelingt es dem bolivianischen Journalisten und Politiker Gustavo Sánchez, den Nazischergen seiner Auslieferung nach Frankreich zuzuführen. Anhand von bisher unveröffentlichten Interviews und Selbstzeugnissen Barbies zeichnet das Dokudrama die Motivationen und Gedankenwelt dieses „überzeugten“ Massenmörders nach. Eine Begegnung mit den Abgründen des Bösen.

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