Ein sturer Hund – aber ein unterhaltsames Hörspiel

RadiotippAb 24. Januar 2014 sendet SWR 2 erstmals das zweiteilige Kriminalhörspiel „Ein sturer Hund“ nach Heinrich Steinfest – ein überraschend origineller Krimi.

Bereits zum dritten Mal setzt SWR 2 – diesmal in Kooperation mit dem ORF – einen Stoff des österreichischen, in Stuttgart mittlerweile beheimateten Autors als Hörspiel um. Nach dem Stuttgart21-Krimi „Wo die Löwen weinen“ (2011) und „Mariaschwarz“ gibt es jetzt erstmals eine Geschichte aus der Cheng-Reihe zu hören. Der einarmige Privatdetektiv wird hier von einem Schriftsteller beauftragt, einen üblen Mord aufzuklären, für den ein Unschuldiger in Untersuchungshaft sitzt. Der wahre Täter ist eine Frau, die einzige Spur zur ihr eine kleine Zeichnung des Opfers, die sie vor dem Mord angefertigt hat. Es beginnt eine spannende Suche nach der Mörderin, die in bedenkliche internationale Verwicklungen führt.

Christian Dolezal (re.) als Cheng, Sascha Nathan (li.) als Dr. Thiel; Bild: SWR/Patricia Neligan

Christian Dolezal (re.) als Cheng, Sascha Nathan (li.) als Dr. Thiel; Bild: SWR/Patricia Neligan

Der Unterhaltungswert steigt bei den bislang drei Hörspielumsetzungen stetig an. Während die „Löwen“ mich nur mäßig begeistern konnten, überraschte mich schon „Mariaschwarz“ mit einem gut konstruierten, wenn auch höchst skurrilen Krimiplot, dessen Absurditäten für gute Unterhaltung sorgten. Mit „Ein sturer Hund“ packt man hier sogar nochmal ein Schippchen drauf. Der Fall weist erneut viele Absonderlichkeiten auf, die bei Freunden der Ernsthaftigkeit im Krimigenre vielleicht nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen. Dennoch ist dieses Hörspiel nicht auf primär auf Albernheiten ausgelegt, vielmehr sind es die unkonventionellen Details und Sprache, die das Stück besonders, originell und hörenswert machen.

Die Inszenierung warten mit einem guten Sprecherensemble und sehr stimmingen Musikeinsätzen auf. Einzig die zweite Erzählebene aus Sicht des Autors hat mich zu Beginn etwas gestört, diese macht den Einstieg etwas sperrig und wirkt etwas deplatziert, zumal die Rolle nicht durchgängig im Stück auftaucht.

„Ein sturer Hund“ hat mich durchaus sehr positiv überrascht. Ein sehr unterhaltsamer Krimi mit vielen originellen und skurrilen Details.

Christoph Bach als Mortensen; Bild: SWR/Patricia Neligan

Christoph Bach als Mortensen; Bild: SWR/Patricia Neligan

Ein sturer Hund“ wird in zwei Teilen am 24. und 31. Januar, jeweils um 22:03 Uhr bei SWR 2 gesendet. Die beiden Episoden stehen jeweils im Anschluss an die Ausstrahlung noch eine Woche zum Nachhören auf SWR2.de/hoerspiel zur Verfügung.


Ein sturer Hund
nach Heinrich Steinfest

Bearbeitung: Götz Fritsch
Musik: Otto Lechner
Regie: Götz Fritsch
SWR / ORF 2013
114 Min.

Niko Eleftheriadis als Security; Bild: SWR/Patricia Neligan

Niko Eleftheriadis als Security; Bild: SWR/Patricia Neligan

Mit:
Erzähler: Wolfram Berger
Cheng: Christian Dolezal
Mortensen: Christoph Bach
Moira: Bibiana Beglau
Rosenblüt: Christian Koerner
Dr. Thiel: Sascha Nathan
sowie Moritz Brendel, Marcus Michalski, Christian Pätzold, Hans Piesbergen, Andreas Helgi Schmidt, Bernd Tauber, Niko Eleftheriadis, Horst Kotterba, Astrid Meyerfeldt, Karin Schroeder, Nadja Stübinger und Andreas Szerda

Wer ist die Mörderin, die ihre Opfer porträtiert und anschließend mit ritueller Präzision köpft? Und was hat sie mit dem eigensinnigen Wiener Privatdetektiv Cheng zu tun? Er muss sich jedenfalls sputen. Denn als er sich selbst als Zeichnung vorfindet, startet sein Wettlauf gegen die Zeit, und er muss feststellen, dass nicht nur sein unheimlich langsamer Mischlingsrüde Lauscher ein sturer Hund ist…

Heinrich Steinfest, geboren 1961. Albury, Wien, Stuttgart – das sind die Lebensstationen des erklärten Nesthockers und preisgekrönten Kriminalautors Heinrich Steinfest, welcher den einarmigen Detektiv Cheng erfand. Er wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, erhielt den Stuttgarter Krimipreis 2009 und den Heimito-von-Doderer-Preis. „Ein dickes Fell“ wurde für den Deutschen Buchpreis 2006 nominiert.

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