Ursendung: „Boulevard der Irren“ nach Patrick Pécherot (SWR 2013)

RadiotippAm 28. Juni 2013 sendet SWR 2 ab 22:03 Uhr erstmals den dritten Teil der Paris-Trilogie mit dem Titel „Boulevard der Irren“. Das Hörspiel wurde von Sabine Grimkowski nach dem gleichnamigen Roman Patrick Pécherots erstellt, Regie führt Philippe Brühl.

Daniel Brühl spielt Nestor Burma; Bild: SWR / Frank Stiller

Daniel Brühl spielt Nestor Burma; Bild: SWR / Frank Stiller

Pécherot beschreibt in seiner Paris-Trilogie die Abenteuer des von Leo Malets erdachten Detektivs Nestor Burma. Er lässt ihn uns in den Wirren der 20er bis zum Jahr 1940 begleiten. Der dritte Teil, „Boulevard der Irren“ erzählt aus der Zeit des jüngst von den Deutschen besetzten Paris. Nestor bekommt den Auftrag, einen Psychiater zu schützen, doch dieser wird plötzlich tot aufgefunden. Es sieht zunächst nach Selbstmord aus, doch schon bald finden sich Hinweise auf einen Mord. Dazu erreicht Nestor eine Nachricht von einem offensichtlichen, aber ihm unbekannten Weggefährten, der in einem Irrenhaus gefangen ist. Obendrein hält den Protagonisten auch ein sagenumwobener Schatz in Atem.

Der dritte Teil der „Paris-Trilogie“ bietet – wenn man es rein vom Kriminalfall her betrachtet – den schwächsten Teil der Reihe. Dafür entschädigt der Handlungsrahmen umso mehr und macht den „Boulevard der Irren“ zu einem hörenswerten Abschluss dieser Serie.

Die Verbeugung von Leo Malet gelingt, ohne dass es den Hauch einer billigen Kopie hätte. Die Figur des Nestor Burma, des anarchistishen Detektivs mit dunkler Vergangenheit gelingt glaubwürdig, was auch an der sehr guten Performance Daniel Brühls liegt.

Überhaupt überzeugen die Schauspieler der Reihe. Bei der Inszenierung hält man sich ein wenig zurück. Es geht hier vielleicht etwas zu ruhig zu. Allerdings schafft man auch auf diese Art eine besondere Atmosphäre, ein eigenes und in sich stimmiges Bild der Kulisse.

Ursendung: SWR 2, 28.06.2013, 22:03 Uhr
anschließend eine Woche lang zum Nachhören unter www.swr2.de/hoerspiel


Daniel Brühl, Gottfried Breitfuß und Linda Olsansky bei den Aufnahmen zur

Daniel Brühl, Gottfried Breitfuß und Linda Olsansky bei den Aufnahmen zur „Paris-Trilogie“; Bild: SWR/Frank Stiller

Paris-Trilogie 3
Boulevard der Irren
von Patrick Pécherot

Bearbeitung: Sabine Grimkowski
Regie: Philippe Brühl
SWR 2013
54 Min.

Mit
Nestor Burma: Daniel Brühl
Corback: Gottfried Breitfuß
Yvette: Linda Olsansky
sowie Wolf-Dietrich Sprenger, Wolfgang Pregler, Walter Renneisen, Robert Bester u. v. a.

Juni 1940 in Paris: Die Menschen der Hauptstadt flüchten vor der deutschen Besatzung, auch die Irrenhäuser werden evakuiert und ihre Insassen wandern im allgemeinen Exodus nach Süden, während eine üble Fauna von Räubern, Nazis und Kollaborateuren in Paris Einzug hält. Nestor hat den Auftrag, einen depressiven Psychiater zu überwachen, doch dieser begeht Selbstmord. Besteht eine Verbindung zwischen ihm und einem geheimnisvollen Unbekannten, der Nestor um Hilfe bittet? Der dritte Band der Trilogie um Pipette alias Nestor Burma, anarchistischer Privatdetektiv in Hommage an Léo Malet, ist eine fulminante Schilderung des Paris unter deutscher Besatzung.

Patrick Pécherot, geboren 1953 in Courbevoie, Journalist. 2002 erhielt er den »Grand Prix de Littérature Policière« für »Nebel am Montmartre«, den ersten Band einer Trilogie über das »populäre« Paris zwischen den Weltkriegen. Außer Krimis schreibt er Jugendbücher und Comics zusammen mit dem Co-Autor Jeff Pourquié.

Alle Hörspiele der „Paris-Trilogie“:
Nebel am Montmartre
Bellville-Barcelona
Boulevard der Irren

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