Ursendung: „Schwarze Vögel“ nach Gunnar Gunnarsson

Jens Harzer, Devid Striesow; Bild: DLR/Jonas Maron

Jens Harzer, Devid Striesow; Bild: DLR/Jonas Maron

Mit skandinavischen Krimis lassen sich nicht nur im Buch- und TV-Genre Erfolge feiern, auch im Radiohörspiel sind bereits einige einprägsame und herausragende Produktionen zu hören gewesen. DRadio bringt mit „Schwarze Vögel“ etwas Ungewöhnlicheres aus diesem Bereich. Der Roman entstand bereits 1929, lange bevor dieses – fast schon eigene – Genre existierte. Gunnarsson schildert einen Fall, der auf einer wahren Begebenheit beruht.

„Schwarze Vögel“ schildert einen Indizienprozess, der eine recht klare Falllage aufweist. Zwei Morde aus Leidenschaft, die im Prozess aufgerollt, Dank eines Geständnisses
geklärt werden und letztlich in der Hinrichtung der Täter münden. Kleine Zweifel bleiben trotzdem, allerdings werden diese Häkchen nurmehr erwähnt, aber kaum thematisiert.

Das Hörenswerte dieser Produktion ensteht weniger durch die Spannung, die sich aus dem Fall generiert, als durch die Atmosphäre und das sehr gelungene Zusammenspiel der Charaktere. Diese bleiben allesamt etwas geheimnisvoll. Kaum eine Figur ist unmittelbar greifbar, gerade das verhilft dem Stück zu etwas Besonderem.

Auch bei „Schwarze Vögel“ zeigt die hochgelobte Krimiredaktion des DRadios, dass sie ein Händchen, für besondere Stoffe hat. Auch diese Produktion hebt sich angenehm aus dem Krimieinerlei heraus und bietet ansprechende, atmosphärisch großartige Hörspielunterhaltung.

„Schwarze Vögel“ nach Gunnar Gunnarsson, am 29.4.2013, 21:33 Uhr, DRadio Kultur.


Ernst Jacobi, Devid Striesow; Bild DLR/Jonas Maron

Ernst Jacobi, Devid Striesow; Bild DLR/Jonas Maron

Island 1802: Bauer Bjarni Bjarnason verliert durch Krankheit zwei Söhne und muss die Hälfte seines abseits gelegenen Gehöfts an Jon verpachten. Der gut aussehende, kräftige Bjarni ist mit der kranken und ewig klagenden Gudrun verheiratet, der Pächter Jon, ein Griesgram, mit der schönen Steinunn. Bjarni und Steinunn scheinen füreinander geschaffen zu sein.

Als Gudrun stirbt und Jon von den Klippen ins Meer stürzt, gibt es viele Gerüchte im Dorf. Das Paar muss sich einem dramatischen Indizienprozess unter dem Vorsitz von Richter Scheving stellen. Gunnar Gunnarsson hat die Gerichtsakten des authentischen Falls in Kopenhagen studiert.

Gunnar Gunnarsson (1898-1975), isländischer Dichter. 1912 erschien sein Roman ›Die Leute auf Borg‹, dem drei weitere Teile folgten. In den 1920er- und 1930er-Jahren wurden seine Bücher vor allem in Deutschland in hohen Auflagen gedruckt.

Schwarze Vögel
nach Gunnar Gunnarsson

Bearbeitung: Andrea Czesienski
Ton: Martin Eichberg
Schnitt: Gunda Herke
Musik: Lutz von Glandien / Terje Rypdal
Regie: Judith Lorentz
DLR 2013
57 Min.

Eiulfur: Jens Harzer
Bjarni: Devid Striessow
Steinunn: Judith Engel
Sera Jon: Ernst Jacobi
Richter Scheving: Falk Rockstroh
Pall Kolbeinsson: Benjamin Kramme
Björn Bjarnason: Matti Krause
Ingibjörg Egilsdottir: Anjorka Strechel

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