Ursendung: Nullzeit nach Juli Zeh (SWR 2013)

Johann von Bülow, Jörg Hartmann, Friederike Kempter; Bild: SWR / Monika Maier

Johann von Bülow, Jörg Hartmann, Friederike Kempter; Bild: SWR / Monika Maier

Am 22. März 2013 sendet SWR 2 ab 22:03 Uhr die Ursendung des Hörspiels „Nullzeit“ nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh.

Für eine Rolle als Taucherin, die ihr den Wechsel zur ernstgenommenen Schauspielerin ermöglichen soll, bucht die Soapdarstellerin Jola gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Theo den Tauchlehrer Sven. Zwischen diesem und ihr knistert es und eine gefährliche Dreiecksgeschichte nimmt ihren fatalen Lauf.

Die Geschichte wird aus den jeweiligen Sichten von Jola und Sven erzählt. Diese werten die gemeinsamen Erlebnisse vollkommen unterschiedlich. Was ist Wahrheit, was Lüge was ist Realität, was Fiktion? Der Hörer bekommt zwar eine Präferenz, wird aber dennoch im Zweifel gelassen. So kann sich die Spannung stetig weiter bis zum Finale aufbauen. Das Ende des Thrillers überrascht, wird aber vielleicht nicht jeden Hörer zufriedenstellen.

Tragende Säulen sind die beiden Sprecher Johann von Bülow und Friederike Kempter, denen Glaubwürdigkeit gelingt, ohne bei den figurtypischen Klischees zu sehr zuzugreifen. Großartig ist ebenso Jörg Hartmann, der den unberechenbaren Theo erstklassig verkörpert.

Ein guter Hörspielthriller, der insbesondere durch die gelungene Darstellung der paralleln Erzählweise und dem sehr gut agierenden Ensemble auffällt.

Meine Wertung: + + + +

Das Hörspiel wird nach der Ursendung auch befristet zum Nachhören auf der Seite des SWR zur Verfügung stehen.


Nullzeit
von Juli Zeh

Musik: Martin Bezzola
Regie: Mark Ginzler
SWR 2013
57 Min.


Sven: Johann von Bülow
Jola: Friederike Kemptner
Theo Jörg Hartmann
Antje: Lena Drieschner

sowie Isabelle Demey, Mattes Herre, Sebastian Mirow, Wolf E. Rahlfs und Max Ruhbaum

Johann von Bülow, Jörg Hartmann, Friederike Kempter; Bild: SWR / Monika Maier


Eigentlich ist die Schauspielerin Jola mit ihrem Lebensgefährten Theo auf die Insel gekommen, um sich auf ihre nächste Rolle vorzubereiten. Als sie Sven kennenlernt, entwickelt sich aus einem harmlosen Flirt eine fatale Dreiecksbeziehung, die alle bisherigen Regeln außer Kraft setzt. Wahrheit und Lüge, Täter und Opfer tauschen die Plätze. Sven hat Deutschland verlassen und sich auf der Insel eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut. Keine Einmischung in fremde Probleme – das ist sein Lebensmotto. Jetzt muss Sven erleben, wie er vom Zeugen zum Mitschuldigen wird. Bis er endlich begreift, dass er nur Teil eines mörderischen Spiels ist, in dem er von Anfang an keine Chance hatte.

Ein meisterhaft konstruierter Psychothriller in der Tradition von Patricia Highsmith, bei dem der Hörer, genau wie Sven, alle Gewissheiten verliert. Zugleich gelingt Juli Zeh ein brillantes und hellsichtiges Kammerspiel über Willensfreiheit, Urteilsfindung, Schuld und Macht.

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