Das Hörspielprogramm im Radio vom 25. Februar – 3. März 2013

Das Hörspielprogramm im Radio für die 9. Kalenderwoche 2013 ist nun online. Wie gewohnt, findet ihr hier eine Auswahl der besonders hörenswerte Produktionen:

DLR Kultur
Montag, 25. Februar 2013, 21:33

Bello e impossibile
oder
Die Dohmsche Verführung

von Joy Markert

Regie: Alexander Schuhmacher
DLR 2012
ca. 56 Min.

Mit:
Maren Kroymann, Uwe Müller

Vor der Burgruine Honberg im schwäbischen Tuttlingen findet ein Open-Air-Konzert statt. Privatdetektivin Cher Ebinger und Buchhändler Marcel Haug sind im Publikum. Aus dem nahe gelegenen Wald hören sie Schreie, laufen los und finden eine junge Frau, die erstochen worden ist. Auf dem T-Shirt des Opfers erkennt Marcel das Porträt der Dichterin Hedwig Dohm aus dem 19. Jahrhundert. Die Polizei stellt fest, dass es sich bei der Toten um die 22-jährige Studentin Phillis Kahn handelt. Wenig später taucht in Chers Detektei der Manager Stettenheim auf und behauptet, seine junge Frau Jana hätte ein Verhältnis mit Phillis Kahn gehabt.


OE 1
Dienstag, 26. Februar 2013, 21:00

Geschichten aus der Großdeutschen Metropulle 2:
Der Bunker

von Ingrid Marschang

Regie: Andrea Getto
NDR 2012
54 Min.

Radiotipp der Hörspielfreunde

Mit:
Stefan Kaminski, Gabriela Maria Schmeide, Rainer Homann, Ronald Kukulies, Heinrich Giskes, Linda Olsanksy, Lotta Doll, Stephan Schad, Rodion Levin, Stella Jürgensen, Marc Zippel, Jonas Frank und Isabella Grothe

Johnny ist zurück. Johann Marland, Alkoholiker ohne festen Wohnsitz, ist in einem alten Bunker einquartiert, der zu den geheimen Räumlichkeiten des Hotels Hyatt gehört. Johnnys Einsatzgebiet: das Hotel. ein Auftrag: Die Überwachung des Hoteleigentums. Als Hoteldetektiv überwacht er nun die schillernd dekadente Welt der Gutbetuchten, allerdings auch die hoteleigene Bar mit ihren 100 Whiskysorten. Dabei lüftet er die Geheimnisse des Peng Shui, lungert auf wilden Russenpartys, entdeckt ein altes Bunkersystem und den nackten Daimler- Vorstand. Als Johnny eines Tages im Hotel Hubert Gerstein begegnet, einem Detektivkollegen aus alten Tagen, gerät die Geschichte außer Kontrolle. Denn Gehrstein macht Johnny ein unmoralisches Angebot …

Ingrid Marschang volontierte nach dem Studium der Germanistik und Politikwissenschaft bei der Satirezeitschrift „Titanic“, arbeitete als Cartoonistin und Autorin für Print, Funk und Fernsehen sowie als bildende Künstlerin.

Der grandiose erste Teil der Geschichten aus der großdeutschen Metropulle hat die Latte schon sehr, sehr hoch gelegt. Tatsächlich scheitert dann auch der zweite Teil auch an dieser Marke. Allerdings ist es ein Scheitern auf sehr hohem Niveau, denn das was „Der Bunker“ liefert, reicht immer noch für eine deutliche Empfehlung. Die Geschichte um Johann Marland ist vielleicht nicht ganz so skurril, aber dennoch genauso clever und rund erzählt. Die Diskrepanz zwischen beidem macht bei dieser Reihe ein Gutteil des Interessanten aus. Gewohnt gut ist auch der Humor, der sich in vielen kleinen Details wiederfindet. Er ist speziell, aber handwerklich großartig eingebunden.

Man trägt die Geschichte gut in die Inszenierung. Der Humor findet sich auch in der Umsetzung, ohne dass man es mit Albernheiten überziehen würde. Dank der guten Sprecherauswahl funktionieren auch die Figuren in der Geschichte gut.

Etwas schwächer als der Vorgänger, aber immer noch – auch des gut gesetzten Humors – sehr hörenswert!

Meine Wertung: + + + +


1Live
Donnerstag, 28. Februar 2013, 23:00

Die vier Söhne des Doktor March
von Brigitte Aubert

Bearbeitung: Beatrix Ackers
Regie: Beatrix Ackers
DLF / SR 2002
55 Min.

Mit:
Brigitte Janner, Lars Rudolph, Philipp Schepmann

Eines Tages geraten dem Hausmädchen Jeanie schockierende Aufzeichnungen in die Hände. Der Schreiber schildert lustvoll die von ihm seit früher Kindheit begangenen Morde. Es kann sich nur um einen der 18jährigen Söhne ihres Arbeitgebers Dr. March handeln – aber welcher der Vierlinge ist das Ungeheuer? Als der Junge bemerkt, dass Jeanie ihm auf den Fersen ist, beginnt er ein makabres Spiel. Er legt Köder aus und genießt es, Jeanie immer einen Schritt voraus zu sein in ihrem Bemühen, ihn zu überführen und dem Morden ein Ende zu bereiten. Steht Jeanie selbst nicht schon auf der Liste seiner zukünftigen Opfer?

Ein Hörspiel aus Tagebucheinträgen – klingt zunächst nicht danach, dass es besonders spannend werden könnte. Doch, kann es aber!

Die Jagd des wahnsinnigen Mörders nach seinen Opfern wird so detailliert beschrieben, dass einem schon der ein oder andere Schauder über den Rücken laufen kann. Die „Unterhaltung“ zwischen dem Mörder und Jeanie macht das Hörspiel zu einer ganz anderen Art von Krimi, die durchaus mal eine Abwechslung zu anderen Produktionen des Genres darstellt.

Zwar ist der Täterkreis recht früh eingegrenzt, die Lösung hat doch ein gewisses Überraschungsmoment übrig.

Ein gutes Hörspiel mit hohem Unterhaltungswert.

Meine Wertung: + + + +


SWR 2
Freitag, 1. März 2013, 22:03

Was dein Name verbirgt
Teil 1

von Clara Sánchez

Regie: Claudia Johanna Leist
WDR 2011
54 Min.

Mit:
Horst Sachtleben, Janina Sachau, Ernst Jacobi, Jochen Stern, Jürgen Thormann, Angelica Domröse, Irm Hermann, Johanna Gastdorf u. a.

Horst Sachtleben; Bild: WDR/Sibylle Anneck

Horst Sachtleben; Bild: WDR/Sibylle Anneck

Julian, ein Überlebender des KZ Mauthausen, hat in aller Welt zusammen mit seinem Freund Salva verdeckte Ermittlungen gegen untergetauchte Naziverbrecher geführt. Als ihn eine verschlüsselte Nachricht Salvas aus Spanien erreicht, bricht er seine Zelte in Buenos Aires ab und macht sich auf den Weg an die spanische Ostküste, nach Dianium, der Fluchtburg der Nazi-Bruderschaft. Dort begegnet Julian durch Zufall der jungen schwangeren Spanierin Sandra, die sich für ein paar Monate aus Madrid an die Küste zurückgezogen hat, um Ordnung in ihr chaotisches Leben zu bringen. Sie jobbt in Dianium bei dem norwegischen Ehepaar Christensen als eine Art Mädchen für alles, wird dafür gut bezahlt und bekommt ebenfalls eine kostenlose Unterkunft in der Villa der wohlhabenden Norweger. Je mehr die ahnungslose Sandra durch Julian erfährt, umso tiefer verstrickt sie sich in die Fänge der Nazi-Bruderschaft.

Clara Sánchez, geboren 1955 in Guadalajara, studierte Literatur in Madrid und schrieb zahlreiche Romane. Für ihren Politthriller „Was dein Name verbirgt“ wurde die bekannte spanische Schriftstellerin 2010 mit einem der bedeutendsten Literaturpreise Spaniens ausgezeichnet, dem Premio Nadal. Auch die Filmrechte sind inzwischen verkauft.

Der WDR zaubert wieder mal einen sehr interessanten Krimistoff aufs Tableaut. Mit „Was dein Name verbirgt“ bringt man den gleichnamigen Roman der preisgekrönten spanischen Autorin Clara Sanchez gleich als Zweiteiler ins Programm.

Dieser handelt vom Nazijäger Julian, der als Frankogegner im KZ landete und heute den alten Unterdrückern nachjagt. Ein Freund hinterlässt ihm ein schwieriges Erbe: Er hat ein Nest alter Nazis ausgehoben, die sich in der spanischen Provinz niedergelassen und ihr alten Verbindungen in eine neue Bruderschaft überführt haben. Die junge Sandra, die durch einen Zufall ins Leben des alten norwegischen Nazis Christensen tritt, wird Julians Verbündete. Gemeinsam versuchen sie, die Bande auffliegen zu lassen.

Ein gut gezeichnetes, glaubhaftes Milieu, ein spannender Fall und ein sehr überzeugendes Ensemble machen „Was dein Name verbirgt“ zu einem empfehlenswerten Hörerlebnis. Das Hörspiel bietet als Zweiteiler genügend Raum, um die Geschichte in den Details gut zu erzählen, erwähnenswerte Längen finden sich keine.

Neben den beiden gut agierenden Protagonisten Horst Sachtleben und Janina Sachau sticht insbesondere Jürgen Thormann hier hervor. Er schafft den Spagat zwischen dem äußerlich netten Opa von nebenan und dem fiesen Nazi im Kern hervorragend.

Ein interessanter und spannender Zweiteiler – da darf man gerne einschalten!

Meine Wertung: + + + +


NDR-Info
Samstag, 2. März 2013, 21:05

Win Win
Teil 1

von Leonhard Koppelmann und Robert Steudtner

Regie: Robert Steudtner und Leonhard Koppelmann
Musik: Hendrik Meyer
WDR 2011
53 Min.

Mit:
u. a. mit Susanne Wolff und Max Simonischek

u. a. mit Susanne Wolff, Max Simonischek; Bild: WDR/Sibylle Anneck


u. a. mit Susanne Wolff, Max Simonischek; Bild: WDR/Sibylle Anneck

Hauptkommissarin Christiane Hoffmann soll den strafversetzten LKA-Mann Mischkowitz überprüfen. Der ehemalige verdeckte Ermittler steht im Verdacht, ein florierendes Schutzgeld geschäft im Rotlichtmilieu betrieben zu haben. Und tatsächlich: Mischkowitz scheint nicht nur zutiefst korrupt, er hat auch mächtige Feinde, die ihn aus dem Weg räumen wollen. Schnell wird Hoffmann klar, dass Mischkowitz nur ein außer Kontrolle geratener Bauer ist – in einem Spiel, in dem es um Milliardenbeträge geht. Die wahren Player bleiben im Verborgenen. Zusammen mit ihrem Kollegen Stüwe kommt Hoffmann einer gewaltigen Verschwörung auf die Spur. Und diesmal riskiert sie damit mehr als nur ihren Job.

In Hoffmanns drittem Fall kümmert sich diesmal wieder um einen Fall, der sie an die Grenze zum beruflichen Aus bringt. Sie ermittelt im Korruptionssumpf der eigenen Reihen. Gut und Böse sind hier kaum auseinanderzuhalten. Im Kampf von zwielichtigen Revisoren gegen unlautere Kollegen verschwimmen die Grenzen. Wem schenkt Hoffmann mehr Glauben? Und um welche Machenschaften geht es? Mafia, Politik und Polizeiapparat – Um die Seilschaften auseinander zu dividieren, reichen die zwei Radiostunden fast nicht aus.

Wieder einmal haben Robert Steudtner und Leonhard Koppelmann einen sehr hörenswerten Krimi erdacht und inszeniert. Die Geschichte ist interessant, gespickt mit spannenden Sequenzen und besitzt eine überzeugende, aber nicht zu schnell durchschaubare Lösung.

Inhaltlich bewegt man sich auf dem guten Niveau der ersten Folge, reicht aber nicht ganz and den exzellenten zweiten Fall heran.

Wie gewohnt wurde der Krimi mit einer angenehmen Schnörkellosigkeit inszeniert. Hier gibt es richtig gute Krimikost ohne künstlerische Verhebungen.

Meine Wertung: + + +


Alle Empfehlungen – allerdings momentan erst für den Februar – findet ihr auch im OhrCast:

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