Radiotatort – Zum 60sten kommt Kontermann

Michael Brandner, Uwe Ochsenknecht; Bild: WDR / Sascha von Donat

Michael Brandner, Uwe Ochsenknecht; Bild: WDR / Sascha von Donat

„Kontermann“ ist die Titel gebende Figur des 60. Radiotatortes der ARD. Die Episode wurde vom WDR produziert, stammt aus der Feder von Dirk Schmidt und führt den Hörer wieder nach Hamm zur sogenannten „Task Force“. Das ist eine Sondereinheit, bestehend aus einem kleinen Haufen verkrachter Polizeiexistenzen, die an anderer Stelle nicht brauchbar waren und hier in Hamm, um das das große Verbrechen einen Bogen macht, auf dem Abstellgleis ihren Dienst mehr absitzen als verrichten.

In die Hammer Beschaulichkeit bricht aber der verurteilte Straftäter Kontermann. Frisch aus dem Gefängnis entflohen, entert er die Polizeidienststelle und nimmt die Beamten der Task Force als Geiseln. Kontermann will, dass sie seinen Sohn aufspüren, dem Gefahr droht. Details gibt es keine und so müssen sich Scholz und Lenz auf die Socken machen, um das Schicksal des Vermissten zu klären.

Nach dem sehr lustigen „Baginsky“-Fall kommt „Kontermann“ fast schon ungewohnt ernst daher. Der Plot ist spannend und überraschend verzwickt und gut konstruiert. Die üblichen Albernheiten sind etwas reduziert und beschränken sich auf die Eigenheiten und Macken der Mitglieder der Task Force. Der spielsüchtige Scholz, der Alkoholiker Lenz, der Pensionsverweigerer Vorderbäumen und der etwas einfach strukturiere Latotzke bieten die gewohnte Trefferfläche für einige Pointen.

Die Inszenierung ist wieder sehr lebendig geraten. Dank des echten Zusammenspiels bei den Aufnahmen wirken die Dialoge authentisch. Ohnehin hat Dirk Schmidt diesbezüglich mit seinem Skript diesbezüglich wieder gute Arbeit geleistet. Die Figuren wirken trotz der Überzeichnung glaubwürdig.

Die vier Sprecher der Hammer Beamten plus Michael Brandner als Kontermann tragen die Hauptlast des Hörspiels und sorgen mit ihrer guten Performance für eine unterhaltsame Hörspielstunde.

Für die Hörer, denen der Klamauk im WDR-Tatort eine zu große Rolle spielte, sollten auf jeden Fall „Kontermann“ eine Chance geben. Der Kriminalfall steht hier wieder deutlicher im Fokus, dennoch wird es – Dank der bunten Truppe – keinesfalls zu trocken.

Meine Wertung: + + +


radiotatortKontermann
von Dirk Schmidt

Musik: Rainer Quade
Regie: Claudia Johanna Leist
WDR 2013
ca. 54 Min.

Radiotatort

Scholz: Uwe Ochsenknecht
Lenz: Matthias Leja
Latotzke: Sönke Möhring
Vorderbäumen: Hans Peter Hallwachs
Kontermann: Michael Brandner
Lena Overberg: Alina Levshin
Polizist 1 (Duisburg): Hans-Martin Stier
Sabine: Susanne Pätzold
Rudi: Peter Nottmeier
Polizist 2: Max Tuveri
Rocco: Fabio Sarno
Mann/Türsteher: Vittorio Alfieri
Gegensprechanlage: Robert Dölle

Hans-Martin Stier, Uwe Ochsenknecht; Bild: WDR / Sascha von Donat

Hans-Martin Stier, Uwe Ochsenknecht; Bild: WDR / Sascha von Donat

Der zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilte Gewaltverbrecher Kontermann sollte eigentlich nur in eine andere Justizvollzugsanstalt verlegt werden, als es ausgerechnet in Hamm zu einem folgenschweren Fehler kommt. Was wie ein ganz normaler Tag begann, wird für die „Task Force Hamm“ von einer auf die andere Sekunde zum Albtraum. Kontermann überwältigt seine Bewacher und nimmt die Beamten Scholz & Co als Geiseln. Während die Öffentlichkeit noch über Kontermanns Motive spekuliert und ein Sondereinsatzkommando des LKA in Stellung geht, beginnt Kontermann ein gnadenloses Spiel um Leben und Tod.

 Hans Peter Hallwachs, Sönke Möhring; Bild: WDR / Sascha von Donat

Hans Peter Hallwachs, Sönke Möhring; Bild: WDR / Sascha von Donat

Dirk Schmidt, geboren 1964 in Essen, studierte Geschichte, Germanistik und Filmwissenschaft in Bonn und arbeitete als Lektor, Drehbuchautor und in der Werbung. Er lebt, nach Stationen in München, New York und Hamburg wieder in Essen und schreibt Kriminalromane und Hörspiele.

Die Sendetermine:

16.01.
20.03 Uhr     Bayern 2
21.30 Uhr     hr2 Kultur

17.01.
21.03 Uhr     Bayern 2

18.01.
19.05 Uhr     RB Nordwestradio
22.03 Uhr     SWR 2

19.01.
17.05 Uhr     WDR 5
21.03 Uhr     SWR 4
21.05 Uhr     NDR Info
23.05 Uhr     WDR 5

20.01.
17.04 Uhr     SR 2 Kulturradio

21.01.
22.00 Uhr     MDR Figaro
22.04 Uhr     RBB Kulturradio
22.05 Uhr     RB Nordwestradio

ab 21.01., 23 Uhr steht die Produktion auch vier Wochen lang zum Download zur Verfügung

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