Das Radioprogramm vom 1. – 6. Januar 2013

Das Hörspielprogramm im Radio für die ersten Tage im Januar ist online und kann hier eingesehen werden. Einige der interessantesten Produktion habe ich euch hier nachstehend schon mal aufgelistet.

SRF 1
Dienstag, 1. Januar 2013, 14:00

Zorro – Der Fluch von Capistrano Teil 1-3

von Johnston McCulley

Helmut Peschina und Peter Michel Ladiges

Regie: Peter Michel Ladiges
Musik: Anatol Regnier

BR 1999
165 Min.

Mit:
Matthias Ponnier
Morgens von Gadow
Ingeborg Schöner
Muriel Baumeister
Ulrich Noethen
Wolfgang Menadi
, Michael Maertens
u. v. a.

Zorro, der Schrecken aller tyrannischen Gesetzeshüter, korrupten Beamten und ausbeuterischen Grossgrundbesitzer, der Held aller Geknechteten, ist wieder unterwegs!

Wer kennt ihn nicht, den wilden Reiter mit dem flatternden Umhang und der schwarzen Maske, vor dessen Degen seine Feinde erzittern? Aber wer steckt wirklich hinter dem Rächer der Unterdrücker, der sich vor nichts und niemandem fürchtet und der das Herz der bildhübschen Lolita in bedingungsloser Liebe zum Brennen bringt? El Zorro – der als «Markenzeichen» bei seinen Gegnern ein mit dem Degen geritztes Z hinterlässt.

Die Geschichte spielt in Kalifornien zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft. Als der ehemalige Reporter Johnston McCulley im Sommer 1919, in einem fünfteiligen Groschenroman, die Figur «Zorro» schuf, ahnte er nicht, dass damit eine der populärsten Abenteuerfiguren geboren wurde.


SWR 2
Dienstag, 1. Januar 2013, 14:05

Das Land der Menschen

von Juli Zeh

Regie: Iris Drögekamp
Musik: Thomas Gerwin

SWR 2008
55 Min.

Dramaturgin Uta-Maria Heim, Benjamin Meyer als Robs, Anna Windmüller als Mutter und Regisseurin Iris Drögekamp; Bild: SWR / Peter A. SchmidtDramaturgin Uta-Maria Heim, Benjamin Meyer als Robs, Anna Windmüller als Mutter und Regisseurin Iris Drögekamp; Bild: SWR / Peter A. Schmidt

Mit:
Purzel: Tommy Piper
Robs: Benjamin Meyer
Nitta: Mira Partecke
Mutter: Anna Windmüller
Lehrerin: Lisa Schlegel

Jogger: Oliver Kraushaar
Fernseher: Anne Diemer
Kinder: Christoph und Tobias Krol

Cover

Während Nitta erzählte, hatten ihre Augen zu leuchten begonnen, und Robs erkannte darin die gleiche Sehnsucht, die ihn so oft quälte. Er verstand, wovon sie sprach. Sie sah ihn an und lächelte.“Jetzt weißt du, warum es Winter werden muss“, sagte sie. „Aber du weißt nicht, wie der Winter gemacht wird. Ihr kennt die Kälte nicht mehr. Und darum braucht ihr uns.“ Robs blieb stehen. „Soll das heißen, ihr macht den Winter?“, fragte er. Nitta fasste ihn am Ärmel und zog ihn weiter den Weg entlang. „Um genau zu sein“, sagte sie, „hier in dieser Stadt mache ich ihn.“ Fast wäre Robs vor Staunen der Mund aufgeklappt. „Und warum du?“, fragte er. „Die Erwachsenen haben andere Pflichten. Sie müssen die Familien ernähren und das Eis bewahren. Deshalb schicken sie jedes Jahr die Kinder in den Süden. Jedes in eine andere Region.“ „Und du kommst hierher, weil deine Familie aus dieser Gegend stammt?“ „Genau“, sagte Nitta. „Du hast es verstanden.“ Während sie sich unterhielten, waren sie weiter geradeaus gegangen, tiefer in den Wald hinein. Die Äste bildeten ein dichtes Dach, und Robs konnte nicht mehr sagen, ob es noch Tag war oder schon dunkel wurde. Der Wald hielt ganz still, kein Zweig regte sich und keine Vogelstimme war zu hören. Robs versuchte sich vorzustellen, alles um ihn herum läge unter einer haushohen und glasklaren Eisschicht. Stumm und starr und schön. „Manche Dinge kann man nicht erzwingen“, sagt die Mutter zu Robs, der sich am Fenster die Nase plattdrückt. Er weiß, dass sie ihn nicht versteht. Hier geht es doch nicht darum, etwas zu erzwingen! Sondern darum, wie es ist, wenn die Sehnsucht nach etwas immer größer wird, bis sie so groß ist, dass man fast platzt. Robs sehnt sich nach Schnee, und er geht hinaus, um herauszufinden, wann es endlich schneit. Auf seiner Wanderung begegnet er Nitta, dem Eskimomädchen. Nitta weiß alles über die Kälte und den Schnee und darüber, was man tun muss, damit es schneien kann. Sie ist extra aus dem Land der Menschen, dem Land der Inuit, in das Land von Robs gekommen, um dem Himmel dabei behilflich zu sein. Natürlich hat sie Heimweh nach ihrem Hund, und da ist es gut, dass Robs wenigstens sein Stofftier dabei hat. Nitta erzählt Robs viele Geschichten, und Robs träumt von Grönland. Er beobachtet, wie feiner Eisstaub unter den Pfoten der Schlittenhunde aufwirbelt und ihr Fell mit einer glitzernden Schicht überzieht. Er hört die Rufe der Eismenschen. Er fühlt die kalten Tropfen, wenn die Fischer einen Fisch aus dem Wasser ziehen und in ihren Kajak werfen. Kann es sein, dass Nitta wirklich seine neue Freundin ist? Manche Dinge kann man nicht erzwingen, aber man kann sie sich trotzdem ganz genau vorstellen.

Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, lebt in Leipzig. Sie studierte Jura sowie Literatur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit Ende 2003 Volljuristin und Doktorandin der Rechtswissenschaft an der Universität Saarbrücken. Ihr Roman „Adler und Engel“ (2001) wurde zu einem Welterfolg und ist mittlerweile in 28 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien „Schilf“ (2007). Juli Zeh hat für den SWR bereits zwei Hörspiele für Erwachsene geschrieben. Sie wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Bücherpreis (2002), dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003) und dem Ernst-Toller-Preis (2003).

Juli Zeh erzählt hier eine Geschichte, die sehr einfühlsam von Kinderwünschen und -sehnsüchten berichtet. Dabei ist es hier der ungewöhnliche Traum von Grönland und dem Schnee, der den kleinen Robs im Bann hält.

Die gewählte Perspektive aus Sicht seines Stofftieres Purzel, ist eine glänzende Idee, um den Erzählerpart in die Geschichte zu verweben, ohne dass man dabei eine direkt handelnde Figur nutzen muss.
So schafft man eine interessante Sicht auf das Geschehen und eine ungewöhnliche Nähe – insbesondere zur Hauptfigur.

Die Geschichte berührt nicht nur am Ende, sondern schafft es auch, während der gesamten Spielzeit, den Hörer emotional zu fesseln.

Ein Gutteil dieses Aspektes darf sich auch die gelungene Umsetzung auf die Fahnen schreiben. Denn das Team um Iris Drögekamp hat es geschafft, die Stimmung des Buches sehr gut zu tansportieren.

Insbesondere ist es die angenehme Erzählweise Tommi Pipers, der seine Rolle mit dem richtigen Maß an Naivität zu füllen weiß, und so dem Stück den richtigen Ton verleiht.

Die musikalische Untermalung stammt von Thomas Gerwin, den man ja eher aus der „Audio Art“-Ecke kennt. Seine Kompositionen tragen die Kulisse hier sehr gut und schaffen eine Atmosphäre, die die Geschichte noch bewegender macht.

Einfach ein schönes Hörspiel!

Meine Wertung: + + + +


NDR-Info
Dienstag, 1. Januar 2013, 14:05

Der Schatz im Silbersee

von Karl May

Regine Ahrem

Regie: Hans Helge Ott
Musik: Bernd Keul

SWR / BR / DLR /hr / NDR / RB / RBB / WDR 2012
55 Min.

Mit:
Erzähler: Reiner Schöne
Old Shatterhand: Guntbert Warns
Sam Hawkins: Gottfried Breitfuss
Winnteou / Tramp: Oliver Stritzel
Großer Bär / Patterson / Kapitän / Lieutnant: Dieter Landuris
Cornel / Großer Wolf: Peter Kaempfe
Ellen / Mrs. Butler: Ellen Stein
Kleiner Bär / Ben / Indianer: Andreas Helgi Schmid

Geräusche: Max Bauer

Der Schatz im Silbersee„Der Schatz im Silbersee“ Live bei den ARD-Hörspieltagen 2012; Bild: hoerspieltipps.net

Wieder ist der Schlusstag der „ARD Woche des Hörspiels“ in Karlsruhe den Kindern gewidmet. In den Vorjahren gab es mit „Peter Pan“ und „Alice im Wunderland“ klassische Stoffe der Kinderliteratur mit festlichem Orchester. Diesmal wird’s eher wild: Das Live-Hörspiel bietet Prärie und Pulverdampf. Geboten wird eine freche und sehr freie Neufassung von Karl Mays Erfolgsroman „Der Schatz im Silbersee“. Winnetou und Old Shatterhand suchen den sagenumwobenen Indianerschatz. Doch die Schatzsuche wird zu einem dramatischen Wettlauf. Zwei Zeichnungen gibt es, die – zusammengesetzt – den geheimen Fundort des Schatzes bezeichnen. Der Rote Cornel, der auch vor Diebstahl und feigem Mord nicht zurückschreckt, ist in den Besitz dieser Zeichnungen gekommen. Mit einer Gruppe von Banditen macht auch er sich nun auf den Weg zum Silbersee. Dort kommt es zum Showdown. Und Winnetou und Old Shatterhand sollten sich davor hüten, allzu siegesgewiss zu sein…

In Karlsruhe werden nicht nur die Schauspieler alles geben: Bernd Keul und seine Band steuern Wildwest-Sound bei und auf der Bühne wirbelt Geräuschemacher Max Bauer, der das Zeug hat, zum Publikumsliebling der 1200 Zuschauer zu werden. Ein Hörspiel zum Anfassen!


OE 1
Dienstag, 1. Januar 2013, 16:00

Treffen in Dublin

von Torsten Enders

Regie: Judith Lorentz

mdr 2012
59 Min.

Mit:
Georg Friedrich Händel: Bernhard Schütz
Jonathan Swift: Hans-Michael Rehberg
Susannah Maria Cibber: Sandra Hüller
Theophilus Cibber: Wolfram Koch
Thomas Arne: Stephan Grossmann
Dr. Ben Withe: Peter Fricke
Eric Clapton: Shorty Scheumann
Katharina, Dienstmädchen: Nicoline Schubert

Bild: MDR/Marco ProschBernhard Schütz, Peter Fricke, Regisseurin Judith Lorentz; Bild: mdr / Marco Posch

Dublin, im April 1742. In der Fishamble Street ist ein neues Konzerthaus,
„Mr. Neale’s Great Music Hall“, eingeweiht worden. Der in London
ansässige Georg Friedrich Händel soll dort eine Reihe von Aufführungen
herausbringen. Und er hat ein ganz neues, erst letzten Sommer
komponiertes Oratorium im Gepäck: „The Messiah“. Allerdings geraten die
Proben bald ins Stocken: Händel kommt mit dem vorgesehene Chor nicht
aus. Er will ihn verstärken und hofft auf die Sänger der St. Patricks
Cathedral. Doch denen wird die Teilnahme von ihrem Dechanten untersagt.
Der aber ist gleichfalls ein berühmter Mann, Theologe, Philosoph,
Schriftsteller: Dr. Jonathan Swift. Händel kennt ihn von früher. Doch der
inzwischen Fünfundsiebzigjährige erweist sich als kränkelnder Misantroph,
ein Fundamentalist, der keine Vermengung von Kirche und Amüsierbetrieb
zu dulden bereit ist. Wird es Händel gelingen, ihn umzustimmen? Und
wenn ja – wird er es auch schaffen, seine Altistin Susannah Maria Cibber vor
ihrem wildgewordenem Noch-Ehemann zu schützen, der durch Dublin läuft
und herumposaunt, dass er das Weib auf keinen Fall auf die Bühne lässt?

Torsten Enders, geboren 1954 in Altenburg/ Thüringen, nach dem Studium
der Theaterwissenschaft seit 1978 Dramaturg beim Rundfunk. Lebt in
Berlin. Autor mehrerer Hörspiele und Features („Kein Wort von
Einsamkeit“, „Das tonlose Spiel“, „Dorns Tiefland“, „Brückenschlag“), sowie
von Filmen („Trutz“) und Theaterstücken („Kanzelkarl“, „Kowatz“). Der
MDR produzierte 2001 das Hörspiel „Spenderherz“ , das mit dem Hörspiel-
Preis der Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss
für das beste regionale Hörspiel ausgezeichnet wurde, und „Bachs Reiche“
(2009).


rbb-kulturradio
Dienstag, 1. Januar 2013, 19:04

Altersglühen oder Speeddating für Senioren

von Jan Georg Schütte

Regie: Jan Georg Schütte

NDR 2011
55 Min.

Radio:Tipp

Deutscher Hörspielpreis der ARD 2011

Mit:
Konstantin Wartenberg: Christoph Bantzer
Hannelore: Fiand: Brigitte Buhre
Elke Wolkow: Hille Darjes
Wolfgang Biehl: Theo Froehlich
Jacoba Kisch: Nicole Heesters
Knut Koogmann: Peter Maertens
Veronika Stenzel: Katharina Matz
Achim Meier: Hannes Stelzer
Günther Wandt: Peter Striebeck
Birgit Johannsen: Angelika Thomas

Theo Fröhlich, Hannes Stelzer, Peter Maertens, (verdeckt: Peter Striebeck) Angelika Thomas, Hille Darjes, Katharina Matz, Brigitte Buhre und Nicole Heesters; Bild: NDR/Andreas WeissTheo Fröhlich, Hannes Stelzer, Peter Maertens, (verdeckt: Peter Striebeck) Angelika Thomas, Hille Darjes, Katharina Matz, Brigitte Buhre und Nicole Heesters; Bild: NDR/Andreas Weiss

Wie flirte ich, wenn ich keine Illusionen mehr habe oder: wie flirte ich mit einer gehörigen Portion Lebenserfahrung? Kann man im Alter in Liebesdingen noch einmal ganz neu anfangen? Sechs einsame Herrschaften im Alter zwischen 70 und 80 Jahren möchten raus aus ihrer Einsamkeit und trotz oder gerade wegen ihres fortgeschrittenen Alters jemanden kennen lernen, mit dem sie die letzten Jahre ihres Lebens verbringen können. Zu diesem Zweck haben sie sich zu einem Speed Dating angemeldet, eine Veranstaltung, bei der sich eine größere Anzahl von Männern und Frauen in kürzester Zeit möglichst viel über sich austauschen. Die Figuren, ihre Biographien und ihre Geschichten werden für dieses Hörspiel mit den Darstellern zusammen in Improvisationen gefunden. Vorgeführt wird die alltägliche Praxis des Speed Datings, die auf der Annahme gründet, die ersten Sekunden einer Begegnung seien maßgeblich in Sachen Liebe.

Jan Georg Schütte, geboren 1962 in Oldenburg, Schauspieler, Theaterund Filmregisseur, hat sich einen Namen gemacht mit Kinofilmen, die er mit hochkarätigen Schauspielern in freier Improvisation entwickelte. Mit dem NDR Hörspiel produzierte Schütte 2010 „Seitenspringer“; für „Altersglühen“ erhielt er 2011 den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Auch seine Hörspiele entstehen aus Improvisationen der Schauspieler.

Bei „Altersglühen“ sind nur die Figuren festgelegt. Die SchauspielerInnen improvisieren in diesem Rahmen ansonsten vollkommen frei. Heraus kommen nicht nur griffige Figuren, sondern auch auch ein unterhaltsames Hörspiel, dass durch das abschließende Fazit zweier Damen zum Speeddating auch noch eine besondere Note bekommt.

Jan Georg Schütte, der dieses Schauspielexperiment erdacht und inszeniert hat, lässt hier seine Sprecher, die allesamt seit geraumer Zeit dem Nachwuchsstatus entwachsen sind, an der langen Leine. Er pickt sich interessante Fetzen heraus, so dass ein adäquater Querschnitt entsteht und dem Hörer alle Figuren präsent werden.

Ein interessantes und gelungenes Hörspiel, das zeigt, dass auch ohne handfestes Skript, allein durch schauspielerische Klasse, sowie Talent für die Umsetzung und die Leitung eines solchen Ensembles, Ansprechendes geschaffen werden kann.

Meine Wertung: + + + +


1Live
Donnerstag, 3. Januar 2013, 23:00

Du bist zu schnell

von Zoran Drvenkar

Matthias Kappohl

Regie: Matthias Kapohl

WDR / SWR 2010
55 Min.

Radio:Tipp

Mit:
Val: Katja Bürkle
Jenni: Anna Blomeier
Marek: Daniel Wiemer
Theo: Paul Herwig
Dr. Lorrent: Edda Fischer
Vater: Rudolf Kowalski
Asta: Michele Cuciuffo
Schneller Mann: Holger Kunkel
Schnelle Frau: Verena Plangger

Katja Bürkle und Paul Herweg; Bild: WDR/Sibylle AnneckKatja Bürkle und Paul Herweg; Bild: WDR/Sibylle Anneck

Nach einem ihrer wiederholten Drogenexzesse wacht Val in der geschlossenen Psychiatrie auf. Man diagnostiziert ihr eine Psychose. Sie sieht und hört ab und zu Dinge und Menschen, die andere nicht wahrnehmen können, denn diese Welt ist zu schnell für das normale Auge. Doch existieren „die Schnellen“ wirklich?

Medikamente verhindern die Anfälle, in denen die normale Welt in Zeitlupe versinkt, nur begrenzt. Als aber erst ein Bekannter und dann Vals beste Freundin Jenny ermordet werden, ist Val sich sicher, dass die Schnellen dahinter stecken. Schließlich versuchen auch ihre Freunde Theo und Marek, ihr im Kampf gegen die Schnellen zu helfen – aber wer kann hier wem wirklich trauen?

Zoran Drvenkar, geboren 1967 in Kroatien, zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit 1989 arbeitet er als freier Schriftsteller und schreibt vorwiegend Romane, Gedichte, Theaterstücke und Kurzgeschichten. Seit seinem Debütroman 1999 erhielt er über 20 Auszeichnungen für seine Werke.

„Du bist zu schnell“ ist eines dieser Hörspiele, bei dem man schnell den Finger auf der „Aus“-Taste hat – Aber da sollte man den Titel mal wörtlich nehmen und ein wenig abwarten. Das, was am Anfang wirr inszeniert wirkt, stellt sich nach und nach als sehr gute – und vor allem sehr gut erzählte – Geschichte dar. Der Hörer muss lange rätseln, was hier Phantasie, was Wirklichkeit ist – erst am Ende löst sich das Ganze in einem packenden Showdown.

Auch wenn die Macher und Schauspieler mir nur ansatzweise bekannt waren – bin ich von deren Leistung mehr als begeistert. Die erstklassige Umsetzung von Matthias Kapohl und dessen Team wird von sehr guten schauspielerischen Leistungen – insbesondere Katja Bürkle ist richtig klasse – begleitet.

Ein rundum gelungenes Hörspiel, das sich nachhaltig im Gehör festsetzen dürfte.

Meine Wertung: + + + + +


WDR 5
Freitag, 4. Januar 2013, 14:05

Hotzenplotz 3 Teil 1

von Otfried Preußler

Bearbeitung: Ingeborg Tröndle
Regie: Frank-Erich Hübner
Musik: Twintett, Bernhard und Roland Vanecekk, Thomas Hammer

wDR 2008
ca. 30 Min.

Mit:

Cover

Hotzenplotz: Michael Mendl (Bild: WDR / S. Anneck)
Großmutter: Helga Uthmann
Kasperl: Alexander Wipprecht
Seppel: Dustin Semmelrogge
Wachtmeister: Tom Deininger
Frau Schlotterbeck: Tana Schanzara
Fee: Sigrid Burkholder
Erzähler: Gunther Schoß

Teil 1 Der Mann in den Gartenbüschen
Teil 2 Ein Ameisenhaufen, der es in sich hat
Teil 3 Eine unruhige Nacht
Teil 4 Zauberkraut und Zukunftspläne

Michael Mendl; Bild: WDR / S. AnneckDer Räuber Hotzenplotz ist zurück. Er wurde aus dem Spritzenhaus entlassen, ganz amtlich, mit ‚echten‘ Entlassungspapieren. Nun macht er sich zur Großmutter auf und stattet ihr einen Besuch ab. Aber nicht um die Kaffeemühle zu rauben, wie man meinen möchte, sondern um sie um Entschuldigung zu bitten. Hotzenplotz hat nämlich nachgedacht und sich verändert. Er möchte kein Räuber mehr sein. Das Problem ist nur, dass ihm niemand glaubt. Als nun die Zauberkugel der Wahrsagerin Frau Schlotterbeck verschwindet, verdächtigen alle den Räuber Hotzenplotz.

Otfried Preußler, geboren am 20. Oktober 1923, stammt aus Reichenberg in Böhmen. Nach dem Krieg und fünf Jahren in sowjetischer Gefangenschaft kam er nach Oberbayern. Sich selbst mit Vorliebe als Geschichtenerzähler bezeich nend, gilt er heute als einer der namhaftesten und erfolgreichsten Autoren Deutschlands. Preußlers Kinder- und Jugendbücher haben inzwischen eine Gesamtauflage von über 40 Millionen Exemplaren erreicht und liegen in zahl reichen Übersetzungen vor. Seine Bühnenstücke zählen zu den meistgespielten Werken des zeitgenössischen Kindertheaters.

Nach ‚Der Räuber Hotzenplotz‘ und ‚Neues vom Räuber Hotzenplotz‘ hat sich der WDR nun auch dem dritten Teil des Kinderbuches angenommen. Unter dem Titel ‚Der neue Räuber Hotzenplotz‘ wurde das Hörspiel im Januar 2008 urgesendet. Der DAV brachte das Hörspiel im gleichen Monat unter dem Buchtitel ‚Hotzenplotz 3‘ auf den Markt.

Auch diese Folge kommt im bekannt traditionellen Gewand daher. Man versucht hier bewusst nicht zu modernisieren, sondern erzählt die Geschichte recht vorlagengetreu. Auch wenn diese nicht so ganz mit den Vorgängern mithalten kann, unterhaltsam ist sie allemal.

Dieser Unterhaltungswert liegt auch an der sorgsamen Produktion, die die Geschichte doch sehr gut transportiert. Die stetige, aber dezente Musikuntermalung sorgt hier für eine passende Atmosphäre und fängt die jeweilige Stimmung gut ein.

Beim Sprecherteam setzt man auch auf Bewährtes: Das komplette Team ist noch immer an Bord. Die Leistungen stimmen, aber wie schon in den Vorgängerfolgen, ist für meinen Geschmack hier nicht jede Rolle gut besetzt. Hier fällt insbesondere Michael Mendl – der diesmal als Hotzenplotz mit ordentlich viel Text versorgt ist, ins Ohr – der mir in dieser Rolle so gar nicht passen will.

Eine Gesichte, die auch heute noch faszinieren kann. Auch wenn man einige Abstriche gegenüber den ersten beiden Teilen machen muss. Unterhaltend ist das allemal. Hotzenplotz 3 ist eine sehr behutsame und traditionelle Produktion, die viel vom Flair der Vorlage transportieren kann. Das gelingt gänzlich, ohne antiquiert zu wirken und so kann man dieses Hörspiel guten Gewissens jungen, aber auch älteren Hörern ans Herz bzw. Ohr legen!

Meine Wertung: + + +


DLF
Samstag, 5. Januar 2013, 00:05

Es geschah in Berlin (402) Scherer Einbruch bei Europa-Spedition

von Werner Brink

Regie: Werner Völkel

RIAS 1966
ca. 30 Min.

Mit:
Kurt Waitzmann, Hermann Wagner, Inge Wolffberg, Rudi Stark, Peter Schiff, Ruth Süssenguth, Helmut Ahner, Siegfried Dornbusch u.a.

Die beliebte Hörspielserie „Es geschah in Berlin“ wurde von 1951 bis 1972 ausgestrahlt. Insgesamt produzierte der Sender RIAS Berlin 499 Folgen, in denen wahre Kriminalfälle nach Protokollen der Westberliner Polizei für den Funk aufbereitet wurden. Die Serie zeichnete sich durch eine für die damalige Zeit ungewöhnlich realistische Darstellung der Polizeiarbeit wie auch der Tätergeschichten aus. Teilweise waren die zum Hörspiel aufbereiteten Fälle so aktuell, dass die Hörer zur Mithilfe an noch laufenden Ermittlungen aufgerufen wurden.

Folge 402 handelt von einem nächtlichen Raub in der Spedition Europa, bei dem auch ein Lkw gestohlen wurde. Die Zeit drängt, denn je länger der Laster verschwunden ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er mit falschem Kennzeichen die Stadt verlässt. Während die Kripo-Beamten nach einem verdächtigen Aushilfsfahrer fahnden, hat der Funkstreifenwagen Berta elf den gesuchten Lkw gesichtet und nimmt die Verfolgung auf.


WDR 5
Samstag, 5. Januar 2013, 17:05

Lösegeld für einen Hund Teil 1

von Patricia Highsmith

Bearbeitung und Regie: Beate Andres

WDR 2006
51 Min.

Leslie Malton, Peter Sinn, Florian von Manteuffel, Andrea Sawatzki, Michael Wittenborn; Bild: WDR / S. AnneckMit:
Catrin Striebeck, Florian von Manteuffel, Kathrin Angerer, Michael Wittenborn, Andrea Sawatzki, Vadim Glowna u.v.a.

Im Studio: Leslie Malton, Peter Sinn, Florian von Manteuffel, Andrea Sawatzki, Michael Wittenborn; Bild: WDR / S. Anneck

Cover

Clarence Duhammel, ein junger, engagierter Polizist in New York mit einem Diplom in Psychologie, sieht eines Tages die Chance, seine Freundin Marylyn davon zu überzeugen, dass seine Arbeit sinnvoll ist. Der Hund des Verlagslektors Edward Reynolds und seiner Frau Greta wurde entführt. Die beiden haben etliche Drohbriefe erhalten und sollen ein hohes Lösegeld zahlen. Clarence beschließt, dem sympathischen, kinderlosen Paar zu helfen. Mit dem schnell gestellten Entführer Kenneth Rowajinski, einem Psychopathen, der sein Dasein am Rande der Gesellschaft von einer mageren Invalidenrente bestreitet, scheint er zunächst leichtes Spiel zu haben. Dann aber wendet sich die Spirale der Gewalt plötzlich gegen Clarence selbst: Zuerst sieht er seine Karriere bedroht, dann wird seine Beziehung zu Marylyn zerstört, und schließlich kämpft er um seine bloße Existenz.

Ein Highsmith-Krimi, der im ersten Moment untypisch wirkt, aber jedoch recht schnell ihre Handschrift erkennen lässt. Ihre Art, die Protagnoisten – und damit auch die Leser resp. Hörer – zu quälen, erkennt man auch hier schnell wieder. Clarence, der hier in ein zunächst harmloses Verbrechen stolpert und hierdurch in richtig dickes Übel gezogen wird, ist einfach bedauernswert und man durchleidet hier jede Szene mit ihm mit. Ob sich dann doch noch alles zum Guten wendet?

Beate Andres hat die Geschichte recht gut für den Funk aufgearbeitet und in Szene gesetzt. Allerdings schafft sie es nicht wirklich mit der Umsetzung selbst, Spannungsmomente zu setzen. Außer dem, was sich aus der Geschichte selbst ergibt, ist der Unterhaltungswert etwas eingeschränkt.

Hinzukommt, dass das Hörspiel vielleicht auch etwas zu lange geraten ist. Etwas weniger, dafür dichter – das hätte der Produktion gut getan.

Bei den Sprechern lässt sich der WDR ja selten lumpen und fährt auch hier dentlich auf. Florian von Manteuffel und vor allem Kathrin Angerer haben mir hier ausgezeichnet gefallen.

Ein Hörspiel mit ein paar kleineren Schwachpunkten und Längen, das aber aufgrund der Qualität der dahinterstehenden Geschichte dennoch einen ordentlichen Eindruck macht.

Meine Wertung: + +


NDR-Info
Samstag, 5. Januar 2013, 21:05

SilentiumTeil 1

von Wolf Haas

Regie: Götz Fritsch
Musik: Werner Lechner

BR / ORF 2005
55 Min.

Mit:
Erwin Steinhauer, Helmut Berger, Wolfram Berger, Wolfgang Hübsch, Gertraud Jesserer, Ulli Maier, Hermann Scheidleder, Werner Wölbern, Sophie Rois u.a.

Silentium! ist der fünfte Krimi von Wolf Haas mit dem eigensinnigen und eigenbrötlerischen Privatdetektiv Brenner als Hauptfigur. Brenner ermittelt diesmal in Salzburg, wo er sich den kriminellen Vorkommnissen im katholischen Knabeninternat Marianum widmet. Er soll herausfinden, was es mit den Gerüchten um einen Bischofskandidaten auf sich hat, der für Waschungen an Zöglingen das „Duschkabinensilentium“ ausgerufen haben soll. Angeblich hat sich der Monsignore an seinen Schülern vergangen. Das erzählt zumindest ein ehemaliger Bewohner des Internats seinem Psychiater, und nun soll Brenner herausfinden, was an der Geschichte dran ist. Ein schrecklicher Fund beendet das große Schweigen im
Kloster. Zwei Schüler des Internats, die am Sonntagvormittag lieber Tischfußball spielen als in die Messe zu gehen, finden im Kicker eine abgehackte Hand. Das Opfer ist der Schwiegersohn des Festspielleiters, eben jener ehemalige Internatsschüler, der die Gerüchte um den Monsignore aufgebracht hatte. Die schöne Witwe engagiert Privatdetektiv Brenner und schon bald führen ihn seine Ermittlungen auch hinter die Kulissen der Salzburger Festspiele.

Wolf Haas, geb. 1960 in Maria Alm/Salzburg. Linguistik-Studium, Promotion mit einer Arbeit über die sprachwissenschaftlichen Grundlagen der Konkreten Poesie. Zwei Jahre Universitätslektor in Swansea (Südwales). Seit 1990 als Werbetexter und Autor in Wien. Mehrere Kriminalromane rund um den Detektiv Brenner: Auferstehung der Toten (1996), Der Knochenmann (1997), Komm, süßer Tod (1998), Ausgebremst. Best of Foul Play (1998), Silentium! (1999), Wie die Tiere (2001), Das ewige Leben (2003). Auszeichnungen u.a. Deutscher Krimipreis (1996, 1999), ORF Hörspiel des Jahres (1999, 2000, 2006), Buchpreis der Salzburger Wirtschaft (2003).


WDR 5
Samstag, 5. Januar 2013, 23:05

Lösegeld für einen Hund Teil 1

von Patricia Highsmith

WDR 2006
51 Min.

sh. 5. Januar, 17:05 Uhr, WDR 5


SRF 1
Sonntag, 6. Januar 2013, 14:00

La Boutique Teil 1

von Francis Durbridge

Bearbeitung und Regie: Hans Hausmann

DRS 1968
ca. 40 Min.

Mit:
René Deltgen, Hans-Helmut Dickow, Gerti Wiedner, Günter Erich, Maximilian Wolters, Anne-Marie Blanc, Mac Bachmann, Elmar Schulte, Sibylle Brunner, Jürgen Czielsa, Sigrid Hausmann, Michael Arco, Getrud von Bastineller, Maria-Magdalena Thiesing, Giovanni Früh

Im Londoner Modesalon «La Boutique» geschieht ein Mord. Ein geheimnisvoller Gürtel aus eben diesem Modegeschäft spielt dabei eine entscheidende Rolle. Er wird in der Manteltasche des Mordopfers gefunden: Einen ähnlichen Gürtel hat man auch bei einem bekannten Popsänger entdeckt. Und Robert Bristol, Chef-Inspektor bei Scotland Yard, muss zum ersten Mal ein Verbrechen aufklären, in das seine eigenen Geschwister und Verwandten verwickelt sind.

Francis Durbridge (1912 – 1998) war 30 Jahre lang bei der BBC als Hörspiel-Autor tätig. Mit seinem Hobbydetektiv Paul Temple schaffte er 1938 den internationalen Durchbruch. Im deutschsprachigen Europa wurde Durbridge vor allem bekannt mit den Fernseh-Strassenfegern «Das Halstuch» und «Melissa».


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